I. Artikel zur Genealogie der Familien Enneper und Moll

II. Professor Alfred Enneper

III. Postkarten:
Enneper, Halver, Iserlohn

IV. Propagandapostkarten
& Flugblätter

V. Militärische Ereignisse im Zusammenhang mit Enneper/Moll

VI. Geld & Familiengeschichte

VII. Wirtschafliche Entwicklung

VIII. Stiftung Sport Schwerte, Sportabzeichen

IX. Kontakt/Impressum

X. Links

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      Mathematiker Professor Alfred Enneper
                   -ergänzende Angaben zur Herkunft und Familie-
                                    
aktualisiert am 1.11.2010

In Lexika und im Internet  ( beispielsweise Wikipedia  ) finden sich informative Angaben
zu seinem Werk. Es fehlen aber (außer Geburtsdaten etc.)  Angaben zur Herkunft und Familie.
Diese Lücke soll im folgenden teilweise geschlossen werden.

                                  

Zur Herkunft und Familie wird auf die folgende Ahnentafel und – liste verwiesen .

                         Ahnentafel Alfred Enneper

                                                                                   Wilhelm Johann Enneper
                                                     Hermann Johann Enneper
                                                                                   Anna Cath. Streppel
                   Friedrich Wilhelm Enneper
                                                                                   Johann Wilhelm Osteroth
                                                     Clara Maria Osteroth 

Alfred Enneper

                                                                                    Johannes Keuchen
                                                      Peter Johann Keuchen          
                                                                                    Johanna Maria Bemberg
                    Sophia Karolina Keuchen
                                                                                    Abraham Frowein
                                                       Sophia Kornelia Frowein
                                                                                    Sophia Dorothea Wortmann


Johann Peter Keuchen (1776-1858) und Sophia Keuchen (geb. Frowein  1777-1856) -
die Grosseltern von Alfred Enneper  - mütterlicherseits (mit einem Cousin)

Ahnenliste Alfred Enneper
1. Enneper, Alfred, bekannter Mathematiker, Professor in Göttingen, * Barmen 14.06.1830, + Hannover 24.03.1885
Siehe auch:Zeitschrift d. Berg. Geschichtsv.,1911: Die Barmer Fam. Keuchen
im 18.Jahrh.S. 112 Ölgemälde von Joh.Keuchen im Besitz von Frl. Enneper, Hannover. Studierte bei Gauss in Göttingen, 1856 Promotion: Über die
Funktion II von Gauss mit complexem Argument.1859 Habilitation;
Arbeiten über elliptische Funktionen und Differentialgeometrie
(Enneper'schen Flächen, insbes. Minimalflächen)
Weitere Veröffentlichungen: Elliptische Funktionen (Theorie und Geschichte)-
Akademische Vorträge, Halle 1890 (2.Auflage)
Quellen: Internet: Zahlreiche Hinweise;
so: http://www.solitons.de/kb-ennep.htm
so: http://www.de.wikipedia.org./wiki/Alfred Enneper
Original-Arbeit: Untersuchungen über die Flächen mit planen und ssphärischen Krümmungslinien, Göttingen l878, 140 Seiten (vor allem Formeln),
Widmung vom Verfasser (bei meinen Unterlagen)
Dissertation von Heinrich Sievert: Enneper'schen Flächen konstanten Krümmungsmassen. Tübingen 1886 (bei meinen Unterlagen)
1. Ahnenreihe
2. Enneper, Friedrich Wilhelm, Kaufmann zu Barmen, * Wupperfeld / Wuppertal 05.03.1794
oo Barmen 09.05.1823 Sophia Karolina Keuchen
3. Keuchen, Sophia Karolina, * Barmen 04.01.1803, + Barmen 12.05.1871
oo Barmen 09.05.1823 Friedrich Enneper
Quellen: Deutsches Geschlechterbuch,83.Bd., 1935, S.197;Zeitschrift
des Berg. Geschichtsverein,24.BD.,1911, S. 99-132 (Die Barmer Fam.Keuchen und ihr Grundbesitz im 18.Jhdrt); der Brief von 1850 (Enkelchen Enneper ) steht am Schluss (S. 129 -132).
2. Ahnenreihe
4. Enneper, Hermann Johann, * Nieder Bolsenbach / Halver 09.01.1751, + Barmen 5.4.1817
Adress-Taschen-Buch des Herzogtums Berg u. Mark, 1824/5, wird er bei
Wupperfeld tätig "in baumwoll. Garn." genannt
oo Luther. Pfarre Wichlinghausen 09.02.1786 Clara Osterroth
Quellen: KB und "Familien der ev.-luther. Gemeinde Wupperfeld"(Wuppertal)
1778 - 1809, bearbeitet von Usula Ernestus 1998
5. Osterroth, Clara Maria Elisabeth  + vor 1817
Zeugen bei Heirat: Joh. Wilh. Osterroth , Theod. Decker
oo Luther. Pfarre Wichlinghausen 09.02.1786 Hermann Enneper
6. Keuchen, Peter Johann, * Barmen 14.03.1776, + 20.08.1858
Barmen: 1808 Stadtdirektor, 1809(3.11.) Maire. 23.12.1850 goldene Hochzeit.
Inhaber der Firma "Gebrüder Keuchen", am Neuen Weg
oo Elberfeld 23.12.1800 Sophia Kornelia Frowein
7. Frowein, Sophia Kornelia, * Elberfeld 12.05.1777, + ebda 08.11.1856
oo Elberfeld 23.12.1800 Peter Keuchen
3. Ahnenreihe
8. Enneper, Wilhelm Johann, Bauer zu Bolsenbach, * Halver 28.2.1719, + Bolsenbach / Halver 9.12.1788
oo Halver 07.06.1748 Anna Cath. Streppel
9. Streppel, Anna Cath.
oo Halver 07.06.1748 Wilhelm Enneper
10. Osterroth, Joh. Wilh., + vor 15.02.1786
Ort ? (schlecht zu lesen)
12. Keuchen, Johannes, * Barmen 02.12.1717, + Barmen 04.09.1796
1739 gründet Johannes mit seinen Brüdern Johann Peter u. Peter Gottfried die Großbleicherei "Gebr. Keuchen"
oo Hattingen 29.05.1754 Johanna Maria Bemberg
13. Bemberg, Johanna Maria, * Elfringhausen (Hof : Grosser Bemberg) 02.09.1734, + Barmen (Am Neuen Wege) 07.04.1800
oo Hattingen 29.05.1754 Johannes Keuchen
14. Frowein, Abraham, Garnhändler, Mitinhaber "Frowein&Wortmann",Barm., * Elberfeld 28.08.1735, + Unerbarmen (begr. 26.05. Elberfeld) 23.05.1806
oo Barmen 06.01.1767 Sophia Dorothea Wortmann
15. Wortmann, Sophia Dorothea, reformiert, * Barmen Juni 1749, + Barmen 05.12. 1833
oo Barmen 06.01.1767 Abraham Frowein
4. Ahnenreihe
16. Enneper, Henrich Johann, Bauer, Kirchmeister, * Nieder Ennepe /Bauern Eichhofen / Halver 25.03.1688, + Nieder Ennepe / Halver 31.7.1745
Erst ab 1737 wird die Namensnennung "Enneper" üblich. Vorher
hiessen die Betreffenden, wenn sie in der NE wohnten -zur NE-,
und wenn sie einen anderen Wohnsitz hatten von der NE.
KB in Wupp.- Kronenberg 1800 noch eingetragen "Ennepe".
8.3.1736 kaufen Joh.Henr.E.und Catharina von den Eschen
für 1.400 Rtl. Erbgüter zun Eschen und zum Walde mit
Kirchenständen und Begräbnissen.
oo Nieder Ennepe 11.08.1713 (Catha)Trina zum Eschen
Quellen: Kirchenbücher(KB) Halver; div. Dokumente in den
Hypothekenbüchern, Staatsarchiv Münster.
Insbesondere Testament von 12.3.1758 geht
ausführlich auf Verwandschaftsverhältnis
und Aufteilung des Vermögens ein.
17. zum Eschen, (Catha)Trina (Anna), * Hof Eschen/ Halver (direkt neben Nieder Ennepe) 29.12.1686, + Eschen / Nieder Ennepe (71 Jahre, weyland Joh.H.En.) 24.11.1757
Später der Name : Escher
oo Nieder Ennepe 11.08.1713 Henrich Enneper
18. Streppel, Johann, Niedern Bolsenbach / Halver: Kirchmeister, + nach 6 / 1748
24. Keuchen, Anton, Kaufmann, * Barmen - Wichlinghausen 01.11.1664, + 28.04.1742
1594 erscheint der Name :Cordt von Wichelshausen gennt. das
Keugelken, angesehener und vermögender Mann
oo Schwelm (Ennepe-Ruhr-Kreis) 03.04.1698 Anna Maria Ellinghaus
25. Ellinghaus, Anna Maria, * Wiesche / Wichlinghausen 06.09.1674, + ebda 06.08.1754
oo Schwelm (Ennepe-Ruhr-Kreis) 03.04.1698 Anton Keuchen
26. Bemberg, Heinrich, Kaufmann, Weinhändler in Köln, * Elfringhausen, Hof Grosser Bemberg 12.09.1689, + Langenberg, Hof auf Bonsfeld 14.06.1747
Weitere Vorfahren siehe Internet: www.bemberg.net
oo 09.09.1718 Catharina Mistmann
27. Mistmann, Catharina Gertrud, * Langenberg, Hof auf Bonsfeld 14.06.1698, + Langenberg, Hof auf Bonsfeld 29.06.1761
oo 09.09.1718 Heinrich Bemberg
28. Frowein, Ludwig, Kaufmann, 1748 Elberfelder Bürgermeister, * Elberfeld 20.04.1698, + Elberfeld 20.05.1756
Weitere Ahnen Internet:
www.heidermanns.net/pers/Familied0000/g0000045.html
oo Elberfeld 29.01.1721 M.Christina Siebel
Quellen: Zeitschrift "Romerike Berge, Heft 4, 2002, S.26 ff,
(Peter Schwingen-1813-1863-:Gemalte Fam.Gesch. aus dem Tal)
29. Siebel, M.Christina, * Elberfeld Nov. 1693, + Elberfeld 04.09.1775
oo Elberfeld 29.01.1721 Ludwig Frowein
30. Wortmann, Peter Caspar, Kaufmann "hinter der Kirche", Barmen, * Barmen 22.05.1705, + 30.04.1766
oo I. Barmen 18.05.1741 Anna Christina Bredt, II. Barmen 30.101752 Anna Maria Frowein
31. Bredt, Anna Christina, * Schwelm 05.03.1706
oo Barmen 18.05.1741 Peter Wortmann

 

   

                        Weitere Vorfahren können bei Ahnenliste  „Otto Enneper“ abgerufen werden.

 
I. Herkunft der Familie und des Namens

Die Familie  Enneper  kommt ursprünglich von dem gleichnamigen Bauernhof Ennepe, der an dem Fluss  Ennepe  bei Halver lag (an der B 229 etwa in der Mitte zwischen Halver und Radevormwald). Der Hof wird erstmals  1410 in den Registern bei St. Gereon Köln erwähnt.
Halver lag in der Grafschaft Mark, die 1609 nach Preussen kam. Die Bevölkerung Halvers gehörte – wie auch die Ennepers – zu über 90 % dem lutherischen Glauben an.
Der Grossvater  von Alfred Enneper – Johann Hermann Enneper – ist noch am 9.1.1751 in Halver, Bolsenbach, geboren, und hat am 9.2.1786 Clara Maria Osterroth in der Lutherischen Pfarre Wichlinghausen (Wuppertal) geheiratet.
Etymologisch gibt es für den Namen Ennepe zwei Deutungsmöglichkeiten:

Germanisch, das heisst in dem Wort Ennepe ist das Wort „Aqua“
(Epe, Wasser) enthalten; somit würde das Wort „schnell laufendes Wasser“bedeuten, oder

keltisch, dann enthält es das Wort „eympe“(Sumpf). Bei den Flussnamen haben sich häufig noch die alten keltischen Bezeichnungen erhalten.

II. Allgemeine Ausführungen zur geographischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung von Barmen und Elberfeld zwischen 1500 und 1870

Prägend für die beiden Städte, die erst 1929 zur Stadt Wuppertal vereinigt wurden, ist vor allem  die Wupper. Die Wupper war der Wassermotor der Entwicklung.

„Kein Wasser darf uns unbenutzt  verfließen, was nicht den Hammer treibt, das muss uns Garn begießen ( Spruch 1800)“.

Politisch gehörten diese Städte zum Herzogtum Berg, das bis 1380 eine Grafschaft war. „Es wird  typisch  sein für das Wuppertal der Jahre bis 1805, dass man unter katholischen Landesherrn seine protestantischen Glauben vertreten und ihn gemäss leben und handeln konnte.  Bis Ende der 1570 Jahre waren fast alle Bewohner Wuppertals evangelisch geworden .
Ursprünglich bestand die Barmer Führungsschicht aus den Besitzern der 40 Höfe (Meistbeerbte). Aus den Meistbeerbten erwuchs dann im 18. Jahrhundert das Wuppertaler Besitz- bzw. Wirtschaftsbürgertum.“ 1)
„Barmen und Elberfeld brachten es seit Ende des Mittelalters zu einem soliden Wohlstand. Die Grundlage dafür war die Bleicherei von Leinengarn und der Handel damit. 
So wurde bereits um 1500 aus dem bäuerlichen Wuppertal ein protoindustrielles Gebiet.“   2)

Das entscheidende Ereignis für die industrielle Entwicklung Wuppertals zu einer der grössten  deutschen Industriestädte war die Verleihung des Garnnahrungsprivilegs am 29. 4. 1527 durch Herzog Johann III (für 861 Gulden), das nur den Barmern und Elberfeldern im Herzogtum erlaubte, mehr Leinengarn als für den eigenen Bedarf zu bleichen.


III. Direkte Auswirkungen auf seine Vorfahren

„Angelockt von den reichen wirtschaftlichen Möglichkeiten, die das Tal als gewerbliche und religiöse Freistätte bot, kamen seit 1750 aber auch  zahlreiche der Konfession nach meist lutherische – unternehmungslustige Männer aus Rheinland-Westfalen ... die  Enneper  ...aus der benachbarten Grafschaft Mark.“ 3)

Der Grossvater  Johann Hermann Enneper  ist am 9.1.1751 in Nieder Bolsenbach (Halver- Grafschaft Mark) geboren. Er ist tätig in „baumwollenen Garnen“ (Adressbuch  Herzogtum Berg und Mark 1824).

Folgende Daten lassen sich nachweisen:

1789 gehörte er als Ältester der lutherischen Gemeinde Barmen an. 4)

1811 (1.4.)  Mitunterzeichner einer Eingabe an Napoleon  wegen Anschlusses des bergisch – märkischen Landes an Empire (vor allem um die Zollgrenzen nach Westen zu beseitigen).

1816 Beteiligung mit 250 Rtl. an der Finanzierung  des „Kornvereins“, der wegen einer Missernte Korn/Getreide für sozialschwache importieren sollte. 5) 

Sein Grossvater mütterlicherseits  - Peter Johann Keuchen – geboren Barmen 14.06.1776, gestorben ebenda,  20.08.1858, kam aus einer „alteingesessenen Wuppertaler Familie mit reformiertem Glauben.  Dazu zählten ... Frowein, Keuchen ...  „.6)
Der Kaufmann Peter Johann Keuchen war vom 3.2.bis zum Juni 1808 einer der beiden Adjoints(Beigeordneten) danach bis zum April 1810 Directeur municipal  Barmens bzw. a b 1809  Maire (Bürgermeister).  Zwei Porträts von  Peter Johann Keuchen und seiner Frau Sophia Frowein aus dem Jahre 1812  sind bekannt  (Düsseldorfer Maler Kolbe, Porträt Peter Johann Keuchen  u.a. veröffentlicht  7).

Auch später kann er – in führenden Positionen  - nachgewiesen werden.

1811 unterschreibt er ebenfalls die Eingabe der Gewerbetreibende zum Anschluss an das Empire.

1817 Kaufmann, Stadtrath  Peter Keuchen ist Vorsitzender der Baukommission für das neue Haus der Freimaurer (Kosten-Voranschlag : 21 751 Rtl.

1834  Adressbuch Herzogtum Berg, Grafschaft Mark...  Joh.-Peter Keuchen , Fabrikant   ... Dörnerstr. Mitglied der königlichen Handelskammer, Accosie Handlung Gebr. Keuchen

Die bürgerliche Honoratiorenschicht war zunächst in Wuppertal Träger des  wirtschaftlichen Aufschwungs. „Besondere Verdienste erwarben sich die Maire, Bürgermeister ... Keuchen ...“8) Nach der Reichgründung 1870 begann die allmähliche Ablösung der Honoratiorenschicht. Es verloren z.B. die Familien .. Keuchen  ... ihre führende Stellung. 9)  (S. 97)

 

Quellen:

 

l) Hans Joachim Bruyn-Ouboter: 1200 Jahre Barmen, Wuppertal 2009, S. 40

2)Ebenda ; S. 42

3)Wolfgang Hoth: Die Industrialisierung einer Rheinischen Gewerbestadt –

    dargestellt am Beispiel Wuppertal (Schriften zur Rheinisch-Westfälischen

     Wirtschaftsgeschichte, Band 28), Köln 1975, S.94

4) Geschichte der lutherischen Gemeinde Barmen – Wuppertal  1777 – 1952,

    Selbstverlag, S. 206 f

5) Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins    1915 ( 48. Band), S. 262 f

6)Wolfgang Hoth, ebenda,  S.73 f

7)Hans Joachim Bruyn-Ouboter, ebenda, S.81

8)ebenda, S. 96

9)ebenda, S. 97

 

Weitere Quellen:

Kirchenbücher aus Wuppertal und Halver

Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins , insbesondere von 1911, S. 99 ff

Deutsches Geschlechterbuch, 83. Band, S. 195 ff

Genealogie Familie Bemberg (im Internet:  www.bemberg.net)

Foto von Alfred Enneper im Internet : www.math.uni-hamburg.de/home/grothkopf/fotos/math-ges/

 

 

Die – industrielle – Entwicklung von Barmen zeigen folgende zwei
Historische Stadtbilder:

A)       Wuppertal – Barmen 1764
Häuser Nr. 32 : Peter Keuchen
Nr. 33 : Johann Keuchen
Nr.34  : Gottfr. Keuchen




B) Barmen 1870


IV: Biographie Alfred Enneper 

Sein Vater – Friedrich Wilhelm Enneper – wurde in Wichlinghausen (Wuppertal) als viertes Kind  am 5.3.1794 geboren.
Am 9.5.1823 heiratet sein Vater die älteste Tochter Sophia  Karolina aus der angesehenen und bekannten Sippe „Keuchen“ (Zur Familie Keuchen wird insbesondere auf den Aufsatz  des Bergischen Geschichtsvereins 1911, S. 99 ff verwiesen: „Die Barmer  Familie Keuchen und ihr Grundbesitz im 18. Jahrhundert“).
Alfred war das vierte Kind; von seinen Geschwistern sind zwei allerdings früh verstorben. Wohl kurz nach seiner Geburt sind seine Eltern nach Köln umgezogen. Im Adressbuch von Köln im Jahre 1834 wird sein Vater genannt mit der  Adresse .“am  klein Martin 5“.  Im Jahre 1855 wiederum , allerdings ist die Adresse nunmehr „ Hohe Str. 107“; als Beruf wird angegeben:  Commissionär.
Thekla Maria Enneper ist eine jüngere Schwester, geb. Köln (?) 19.2.1841, gest. daselbst 26.3.1927; sie war verheiratet mit Robert Richard Pink, Ingenieur in Hannover.
Seine Eltern hatten die Bildung und finanziellen Mittel, seine ausserordentliche Begabung zu fördern. Das soziale Umfeld erscheint aus heutiger Sicht für den jungen Alfred Enneper optimal gewesen zu sein.
Die Grosseltern Keuchen hatten am 23.12.1850 im Haus am Steg im Unterdörnen (Barmen) goldene Hochzeitsfeier. Ein erhaltener Brief (ebda S. 129 ff) von der Nichte Christine Keuchen, geb. Stosch, schildert ausführlich den Ablauf der Feier. Der in diesem Zusammenhang interessante Absatz wird im folgenden zitiert:
   ... Vier andere Enkelchen flatterten herein in schneeweißem Mußelin wie eine Flucht junger weisser Täubchen mit Blumen im Haar. Ihre Mutter,  Frau Enneper, in ganz zarter Lilla Seide, einfach, nur mit einem Diamantkreuzchen geschmückt  ...

(Es handelt sich hier seine vier jüngeren Geschwister, die in  Köln  geboren und in der dortigen lutherischen Kirche getauft wurden:
1.      Maximilian Oscar, geb. 1.11.1833,
2.  
Laura Sophia, geb. 30.10.1834,
3.     
Emma Alwine Emilie, geb. 30.10. 1838, und
4.   Thecla Maria, geb.
19.2.1841, gest. Köln 26.3.1927,  verh. Robert Richard Pink)


Alfred Enneper studierte in den Jahren 1849 bis 1853 in Paris, Berlin und Göttingen bei Carl Friedrich Gauss (1777 bis 1855).
Es ist erstaunlich, dass eine grosse Zahl seiner Studenten bekannte Mathematiker wurden. Hierzu gehörte auch Alfred Enneper 1).
Offensichtlich ist Alfred Enneper über Bremen in die USA gereist, wo am 7.9.1853 seine Einreise in New York registriert wird (Quelle : Internet)
Am 12.11.1856 promovierte er, ohne allerdings die in der Regel erforderliche öffentliche Disputation. Es war ihm nicht gelungen (wohl wegen der schwierigen Materie), Opponenten für die öffentliche Disputation zu gewinnen. Diese wurde ihm erlassen und ihm am 25.02.1859 die „venia legendi“ für das Fach Mathematik erteilt. Seine Habilitation  über „Abelsche Funktion erster Ordnung“  und seine Probevorlesung sowie das Colloquium waren zur Zufriedenheit seiner Fakultät.
Über seine Vorlesungen schreibt Gottlob Frege (1848 bis 1925, studierte  1871/73 in Göttingen), der selbst ein angesehener Wissenschaftler wurde,  folgendes: 
„Ich belegte zuerst Differentialrechnung bei Enneper...... Bei Enneper waren nur drei Zuhörer,    ....  er schrieb ständig an der Tafel, machte nie Rechenfehler, nummerierte alle Gleichungen und wusste ihre Nummer, auch wenn er die Tafel ausgewischt hatte .... und hatte nie ein Manuskript bei sich 2).
Göttingen im Königreich Hannovor  kam übrigens 1866 zu Preussen.
Anfang 1867 bewarb er sich um eine Beförderung zum  ausserordentlichen  Professor. Hierbei konnte er auf eine erfolgreiche Lehrtätigkeit und zahlreiche bedeutsame mathematische Veröffentlichungen hinweisen ( Zusammenstellung siehe Anlage III ).
Die Bewerbung wurde jedoch zunächst zurückgewiesen; die Ernennung zum ausserordentlichen Professor erfolgte erst Juni 1870 mit dem seinerzeitigen Gehalt von 2.400,-- Mark p.a.. Weitere wissenschaftliche Arbeiten wurden veröffentlicht (siehe u.a. Anlage IV. mit persönlicher Widmung des Verfassers). Am 24. März 1885 ist Alfred Enneper – unverheiratet-  nach kurzer Krankheit im Kreis der Familie in Hannover verstorben. 
(Als Angehörige werden genannt : Emma Enneper, Thekla Pink, geb. Enneper, Walter Fehrmann, Richard Pink jeweils in Hannover).


1)    Reich, Karin, Gauss as a teacher,  S. 84f (Internet)

2)  Lothar Kreiser, Gottlob Frege, 2004, S. 90 ff

Ergänzung 17.10.2010 (Biographie, Foto)

Die Personalakte  „Professor Alfred Enneper“  ( von 1859 bis 1885, 52 Blatt) liegt im Archiv der Universität Göttingen ; leider enthält diese Akte kein Foto (siehe „Schriften der Universität Göttingen, hrg. Von Ulrich Hunger und Hermann Wellenreuther, Bd 1,Spezialinventar ... Göttingen 2002, S. 42). Allerdings existiert ein Fotoalbum für den Mathematiker Weierstrass, das zu seinem 70. Geburtstag  31.10.1885 angefertigt wurde. Dieses Album enthält die Fotos der bekannten deutschen Mathematiker, die zum grossen Teil auch  identifiziert werden konnten (kommentiert wurde dieses Album von Reinhard Bölling).
Band 2,   Ziffer 7 enthält ein Foto, das bisher nicht namhaft gemacht werden konnte. Allerdings ist angegeben : Foto. Hannover. Ich bin ziemlich sicher, dass es sich hierbei um Professor Alfred Enneper handelt, der in Hannover lebte und dort 1885 starb.

Bild Nr. 7, Bd. 2:

 Alfred Enneper

Album von 1885, Einband:

Album Weierstrass

Anmerkung:
Spekuliert man, woher Alfred Enneper seine ausserordentliche,  mathematische Begabung hat, stösst man auf die  Frowein-Linie   (seine Grossmutter mütterlicherseits war eine geborene Frowein).
Denn bei ihren Vorfahren, die ursprünglich aus Lennep kamen, waren schon früh Akademiker, so David Friedrich Eustatius Frowein (17.3.1689 Student zu Duisburg) und auch bei Vorfahren eingeheirateter Frauen. 

Es dürfte wohl auch kein Zufall sein, dass der Physiker und Nobelpreisträger Professor Wilhelm  Conrad  Röntgen  ( geb. Lennep  27.3.1845, gest. München 10.2.1923  )   , dessen Familie ebenfalls aus Lennep kommt,  unter seinen direkten Vorfahren  (Mutter und Grossmutter) ebenfalls  zwei Familien Frowein  hat :   Vater: Friedrich  Conrad Röntgen heiratet 1.5. 1842 Charlotte Constanze Frowein,  sein Grossvater  Johann Heinrich Röntgen  - geb. März 1759, gest. 3.7.1842  - heiratet Anna Luise Frowein.

 


Anlage I

Es folgen die Heiratsurkunde seiner Grosseltern, die Sterbeurkunde von Hermann Johann Enneper, die Heiratsurkunde seiner Eltern und die Geburtsurkunde von Alfred  Enneper  

 

 

 Heiratsurkunde der Eltern Alfred Ennepers

Sterbeurkund Johann Hermann Enneper
Sterbeurkunde von Hermann Johann Enneper
 

Sterbeurkunde Johann Hermann Enneper
Ausschnitt der Sterbeurkunde von Hermann Johann Enneper


Heiratsurkunde der Eltern
Heiratsurkunde der Eltern

Heiratsurkunde der Eltern
Heiratsurkunde der Eltern

Heiratsurkunde der Eltern
Heiratsurkunde der Eltern (Ausschnitt)

Heiratsurkunde der Eltern, Unterschrift
Heiratsurkunde der Eltern, Ausschnitt mit Unterschriften


 

 

Geburtsurkunde von Alfred Enneper

Anlage II

Anlage III

  Wissenschaftliche Veröffentlichungen von Dozent  Dr. Alfred Enneper bis Ende 1867

A.            Nachrichten von der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften und der G.A. Universität zu Göttingen   (seit 1751, s. Internet)

Jeweils in  1866 :

1. Bemerkungen über Curven doppelter Krümmung

-1866,Nr.9, S. 134ff

2. Über die cyclischen Flächen (Auszug aus einer grösseren Abhandlung)                           

–1866,Nr.15, S.243ff

3. Über ein Problem der Photometrie (1866, Nr. 17, 270ff)

4.  Über die developpable Fläche, welche zwei gegebene Flächen umschrieben ist

- 1866, Nr. 20, S. 321 ff

Vorlesungen

In dieser Zeitschrift sind auch die Vorlesungen von Dozent  Dr. A. Enneper festgehalten:

Sommerhalbjahr 1866 (Beginn 16.4. bis 15.8.1866)

 „Theorie der Determinanten“ Die. und Fr. 9.00

 „Analytische Geometrie der Flächen und Curven doppelter Krümmung“

Mtg, Die., Mitt., Do, Fr. jeweils 11.00

Winterhalbjahr 1866/67

„Theorie der elliptischen Funktionen“

(fünf  Stunden Mtg bis Fr.)

 

B.    Zeitschrift für Mathematik und Physik, Leipzig

-Verlag B.G. Teubner, Redaktion Dr .O. Schlömilch, Dr. E. Kahl, und Dr. M. Cantor

1. Zur Theorie der bestimmten Integrale      -S. 289 ff -

Über einige bestimmte Integrale                  - S. 405 ff -

 - jeweils Bd. VI,  Jhrg. 1861 -

2.  Zur Theorie der Flächen und partiellen Differentialgleichungen    -Seite 1 ff-

-  jeweils Bd. VII,  1862 –

Bemerkungen über Gammafunktionen      -S.  189 ff-

Notizen  über bestimmte Integrale            -S.  346 ff-                        

Über einige Formeln aus der  analytischen  Geometrie der Flächen

(Zwei Abhandlungen)                               -S.  75 ff-

Notiz über Evoluten                                  -S.   120 ff -

Über ein Problem der ebenen Geometrie   -S.   190 ff -

Über eine einhüllende Fläche                     -S.    198 ff –

Geometrisches Theorem                           -S.     200 ff –

Über die elliptische Fläche                         -S.     354 ff -

 

3. Über eine Differentialgleichung zweiten Grades

-jeweils  Bd. VIII.,  1863                           - S.    58 ff  -

Über Fusspunktflächen                                -S.     53 ff  -

Der Fagnano´sche Satz auf der Kugelfläche        -S.  231 ff -

Über einige Formeln aus der analytischen Geometrie der Flächen ( vierte Abhandlung) -S.  241  ff-

Über  Hauptkrümmungshalbmesser einiger Flächen   -S.  410 ff -

Über ein Theorem von Malus    (Bereich Optik)     -S.    61 ff –

4.   Über eine Transformation einer homogenen Funktion zweiten Grades

- jeweils Bd.  IX,  1864 –                              -S.  358 ff –

Analytisch – geometrische Untersuchungen            -S.   96  ff –

Über einige Transformationen von Flächen            -S.  126 ff –

Note über ein geometrisches Theorem                      -S.   217 ff –

Verallgemeinerung eines geometrischen Satzes    -S.   362  ff -

5.    Über ein geometrisches Theorem von Jacobi -  Bd. X.,  1865    -S.  416 ff –

6.   Über eine Determinante bestimmter Integrale               - S.   69 ff –

        - jeweils Bd. XI,   1866

Über einige elliptische Integrale                                   - S.    74 ff –

Über einige bestimmte Integrale                                   - S.   251 ff –

Note über ein Theorem der ebenen Geometrie            - S.   434 ff -

7.   Über einige Sätze aus der Theorie der Thetafunktionen

          - jeweils Bd. XII, 1867                                      - S.    79 ff –

Analytisch-geometrische Untersuchungen

 (Fortsetzung der Abhandlung Bd. IX, S. 377 ff) –S.    123 ff -

Bemerkungen über Raumkurven                 - S.     510 ff -

 

  Allgemeine Anmerkung:

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